Richtiger Umgang mit Feuerwerk-Tipps vom Fachmann

Keinesfalls sollten Knallkörper wie in diesem Modellversuch, nach der Zündung in der Hand gehalten werden. Foto: Michael Pohl
Keinesfalls sollten Knallkörper wie in diesem Modellversuch, nach der Zündung in der Hand gehalten werden. Foto: Michael Pohl

Hasbergen. Seit Donnerstag können auch im Osnabrücker Land Raketen und Böller für einen lautstarken Jahreswechsel gekauft werden. Damit es am Neujahrsmorgen kein böses Erwachen gibt, gilt es einiges zu beachten.

Über das Internet lassen sich alle Sorten von Knallern, von der einfachen Wunderkerze, bis zum großen Systemfeuerwerk, einfach beschaffen. Da der virtuelle Handel nicht vor Ländergrenzen halt macht, sollte man sich vor einem Kauf informieren, um was für Knallkörper es sich bei der angebotenen Ware handelt.

 

Auf die richtige Kategorie kommt es an

Ein wesentlicher Unterschied in den Bestimmungen für die Herstellung lautstarker Kracher ist die in Deutschland übliche Kategorisierung der pyrotechnischen Waren. Hierzulande fallen die im Handel erhältlichen Knallkörper im wesentlichen in zwei Kategorien. Die vermeintlich harmloseren Feuerwerkskörper wie Wunderkerzen, Knallerbsen oder Partykracher gehören der ersten Kategorie an. Diese sind ganzjährig von Personen ab 12 Jahren zu erwerben und dürfen auch ganzjährig gezündet werden.

Im Gegensatz dazu sind die sogenannten Silversterknaller nur ab einem bestimmten Zeitpunkt im Jahr frei verkäuflich. Auch für den Abbrand gelten Einschränkungen. Feuerwerkskörper der Kategorie 2 dürfen nur am 31. Dezember und am 1. Januar gezündet werden. Beim Einkauf sollten Verbraucher Wert darauf legen, dass die Knaller und Raketen mit dem Zeichen der Bundesanstalt für Materialforschung (BAM) gekennzeichnet sind. Alternativ können sich Kunden nach Auskunft von VPI-Geschäftsführer Klaus Götzen auch an CE-Kennzeichen orientieren.

 

Nur zertifizierte Böller kaufen

Welche Folgen unsachgemäße Benutzung von Böllern haben kann, wurde bereits bei Einsätzen der Feuerwehren, etwa in Hasbergen, deutlich. „Zum Jahreswechsel 2015 wurden wir zu einem medizinischen Notfall gerufen“, teilte deren Sprecher Dennis Halsband mit. Am Einsatzort hatte sich ein Jugendlicher mit einem nicht zertifizierten „Polenböller“ zwei Finger abgerissen. Die Wehrleute übernahmen damals die Erstversorgung.

Weil die sogenannten „Polenböller“ eine stärkere Sprengwirkung haben als handelsübliche deutsche Knaller, wies Halsband drauf hin, dass sich Benutzer solcher Böller schnell im Rahmen einer Straftat bewegen können. Der Bußgeldkatalog Niedersachsen sieht in solchen Fällen eine Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe bis 50000 Euro vor.

 

Raketen nicht aus der Hand starten

Für Gastgeber und Gäste einer Silversterparty ist eine vernünftige Vorbereitung die Grundlage für einen unbeschwerten Jahreswechsel. So sollten nach Auskunft der Feuerwehr für Raketen Wasserflaschen als Startrampe benutzt werden, die in einer Kiste auf dem Boden stehen. Wenn dann auch noch Feuerwerkskörper im Freien verwendet werden, geeignete Löschmittel bereit stehen und auf Tiere Rücksicht genommen wird, steht auch aus Sicht der Wehrleute einem knalligen Jahreswechsel nichts im Wege.

Sollte dennoch etwas schief gehen, raten die Experten zur Ruhe und dazu, in jedem Fall den Notruf unter 112 abzusetzen. Eine Zusammenfassung der wichtigsten Verhaltensregeln im Umgang mit den knalligen Stimmungsmachern finden Sie auch auf der Homepage der Neuen Osnabrücker Zeitung. 

 

Text:  www.noz.de    Bilder:  Michael Pohl